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Wissenschaftlicher Hintergrund: Selbstmitgefühl

Über diesen Test

Die Self-Compassion Scale wurde 2003 von Kristin Neff (University of Texas at Austin) entwickelt und ist das weltweit meistgenutzte Instrument der Selbstmitgefühl-Forschung. Selbstmitgefühl umfasst drei sich ergänzende Gegensatzpaare: selbstbezogene Freundlichkeit statt Selbstverurteilung, das Erleben verbindender Humanität statt Isolation, sowie Achtsamkeit statt Überidentifizierung mit negativen Gefühlen. Studien zeigen durchgehend gute interne Konsistenz der sechs Subskalen sowie robuste Zusammenhänge mit geringerer Depressivität und Ängstlichkeit und höherem Wohlbefinden. Die hier verwendeten Bandbreiten wurden aus den in der Originalstudie (Neff, 2003, Tabelle 4) berichteten Mittelwerten/Standardabweichungen der Gesamtstichprobe (N=391 US-amerikanische Studierende) abgeleitet: Selbstfreundlichkeit M=3,05/SD=0,75, Selbstverurteilung M=3,14/SD=0,79, Verbindende Humanität M=2,99/SD=0,79, Isolation M=3,01/SD=0,92, Achtsamkeit M=3,39/SD=0,76, Überidentifizierung M=3,05/SD=0,96 (jeweils auf der 5-stufigen Itemskala). Der Bereich "durchschnittlich" entspricht je Subskala ungefähr einer Standardabweichung um diesen Mittelwert. Da es sich um eine US-amerikanische Studierendenstichprobe und nicht um eine deutsche Normstichprobe handelt, sind die Bänder als Orientierung und nicht als klinische Normwerte zu verstehen.

Dimensionen

Selbstbezogene Freundlichkeit

Sich selbst gegenüber verständnisvoll, warmherzig und unterstützend zu sein, statt sich hart zu verurteilen.

Selbstverurteilung

Die Neigung, sich selbst angesichts eigener Fehler und Schwächen streng und intolerant zu begegnen.

Verbindende Humanität

Eigene Fehler und Schwierigkeiten als Teil der gemeinsamen menschlichen Erfahrung zu begreifen.

Isolation

Die Neigung, sich angesichts eigener Unzulänglichkeiten von anderen Menschen getrennt und allein zu fühlen.

Achtsamkeit

Schmerzhafte Gedanken und Gefühle mit ausgewogener Aufmerksamkeit wahrzunehmen, statt sie zu unterdrücken oder zu übertreiben.

Überidentifizierung

Die Neigung, sich von negativen Gedanken und Gefühlen mitreißen zu lassen und sich darin zu verlieren.

Quellen & Lizenz

  • Neff, K. D. (2003). The development and validation of a scale to measure self-compassion. Self and Identity, 2, 223–250.

    Die Self-Compassion Scale ist frei verfügbar für jegliche Nutzung (Forschung, klinische Arbeit, individuelle Nutzung) ohne gesonderte Genehmigung; es wird lediglich um Zitation der Originalquelle gebeten. Tabelle 4 dieser Studie (Mittelwerte/Standardabweichungen je Subskala, N=391) wurde zur Ableitung der hier verwendeten Auswertungsbänder genutzt.

    https://self-compassion.org
  • Hupfeld, J., & Ruffieux, N. (2011). Validierung einer deutschen Version der Self-Compassion Scale (SCS-D). Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 40(2), 115–123.

    Deutsche Übersetzung der 26 Items entnommen aus dieser validierten deutschen Fassung (SCS-D), mit Quellenangabe.

Dieser Test ist ein Selbsterkundungs-Instrument und keine klinische oder diagnostische Beurteilung. Er ersetzt keine Beratung durch Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen.

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